Netzwerk Landjudentum Unterfranken

Die reiche jüdische Geschichte und Kultur ist ein Teil der Geschichte Unterfrankens und hat in vielen Orten und an vielen Stellen Spuren hinterlassen. Die Menschen, die zu diesen Spuren gehörten, sind vertrieben und ermordet worden.

 

Um sie nicht zu vergessen, beschäftigen sich vielerorts engagierte Heimatforscher mit ihrer Geschichte. Einzelne Synagogen (Memmelsdorf, Arnstein) wurden und werden - auch mit Mitteln aus LEADER und LEADER Plus - renoviert, zu Lernorten, Begegnungs- und Gedenkorten ausgebaut; kulturelle Veranstaltungen finden statt (Museum Miltenberg, Synagoge Obernbreit) und in einigen Landkreisen (HAS, WÜ, KG) gibt es bereits Jugendaustausch mit Israel.
Doch diese Maßnahmen sind Einzelaktionen, es gibt keine Vernetzung und kein gemeinsames Konzept; wenig ist von der Beschäftigung mit dem jüdischen Erbe im öffentlichen Raum zu sehen, gering sind die Kenntnisse über den jüdischen Teil Unterfrankens. Aus Leben und Bewusstsein heutiger Unterfranken sind die ehemaligen jüdischen Nachbarn und der jüdische Teil der regionalen Kultur heraus gefallen.

 

Um hier Vernetzung, Informationsaustausch und Kooperation zu ermöglichen, hat sich im Juni 2009 der Arbeitskreis Landjudentum in Unterfranken innerhalb der Strukturen der LAG Wein, Wald, Wasser e.V. gegründet. Mehrere Sitzungen und ein Workshop haben stattgefunden. Der Arbeitskreis besteht zurzeit aus ca. 50 Mitgliedern. Bereits von Anfang an nahmen Interessierte auch aus anderen LAGn und weiteren Teilen Unterfrankens teil. Nicht zuletzt der Workshop im Februar 2010 hat gezeigt, dass die Initiative auf große Resonanz stößt und ein massives Interesse an Vernetzung, Qualifizierung und der Entwicklung eines Angebots für breite Bevölkerungskreise zur jüdischen Geschichte und Kultur in Unterfranken besteht. Eine Liste von Vorhaben wurde auf dem Workshop in Arbeitsgruppen zusammengestellt und diskutiert und dient als Grundlage dieses Antrags.

 

           

Im Mittelpunkt des Projekts steht der Aufbau eines Netzwerks zum jüdischen Erbe in Unterfranken. Der Informationsaustausch zwischen Personen und Institutionen soll durch den Arbeitskreis „Landjudentum in Unterfranken" und eine Halbtagskraft am Jüdischen Dokumentationszentrum Würzburg getragen werden.

 

Hauptaufgabe des Netzwerks ist die Öffentlichkeitsarbeit. Eine Internetplattform dient als wesentliches Informationsmedium für Nutzer aus dem In- und Ausland, zudem werden Themenwege in den einzelnen Landkreisen entwickelt und ausgeschildert, eine Wanderausstellung sowie Flyer bzw. Broschüren erstellt. Für Besuchergruppen, insbesondere aus dem Ausland, sollen Informationsangebote und Ansprechpartner zur Verfügung gestellt werden. Der internationale Jugendaustausch nimmt dabei breiten Raum ein, Workshops und wechselnde Veranstaltungen stärken den interkulturellen Dialog. Zentraler Teil des jüdischen kulturellen Erbes in der Region sind die jahrhundertealten Friedhöfe. Ihre Botschaft kann nur durch fotografische Dokumentationen erhalten werden, da die Steine und ihre Inschriften immer schneller verwittern.

 

Workshops und Schulungen sollen Fotografen für eine solche Dokumentation qualifizieren. Angesprochen werden hier vor allem die lokalen Initiativen. Die exemplarische Nutzung eines Geographischen Informationssystems ist Teil der Schulungen. Erhaltene jüdische Einrichtungen sollen für jede Region exemplarisch photographiert bzw. gefilmt werden. Die Ergebnisse werden aufbereitet und fließen in die Öffentlichkeitsarbeit ein.

 

Ansprechpartnerin und Projektmanagerin ist Frau Rebekka Benz.

 
     

Erste Tagesexkursion an jüdische Orte im Landkreis Haßberge, 09.09.2012

Die erste Tagesexkursion durch den Landkreis Haßberge fand am Sonntag, 09. September 2012 statt. Sie führte von Wonfurt über Kleinsteinach bis nach Aidhausen. Über die Exkursion wurde ein Film erstellt, den Sie kostenlos bestellen können. Senden Sie hierfür eine E-Mail mit Ihren Adressdaten an info@weinwaldwasser.de.

Um kurz nach 12 Uhr startete der Reisebus in Richtung Wonfurt.....

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Zweite Tagesexkursion an jüdische Orte im Landkreis Haßberge, 10.10.2012

Die zweite Tagesexkursion durch den Landkreis Haßberge fand am Mittwoch, 10. Oktober 2012 statt. Die Exkursionsroute verlief von Memmelsdorf/Ufr. und Ebern bis nach Burgpreppach.

Die Exkursion begann um 11 Uhr mit der Abfahrt des Reisebuses am Bahnhof Haßfurt nach Memmelsdorf/Unterfranken. Hier wurde die Gruppe in der Nähe der ehemaligen Synagoge von Hansfried Nickel begrüßt. Der erster Vorsitzender des Förder- und Trägervereins der Synagoge Memmelsdorf begann seine Erläuterungen....

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