Ausbau des Wallfahrerweges von Seßlach / Untermerzbach nach Vierzehnheiligen als Skulpturenweg

Eine Wallfahrt ist eine spirituelle oder religiöse Reise zu einem sakralen Ort. Dabei ist der Weg selbst ebenso wichtig wie das Ziel. Eine Wallfahrt ist immer auch ein soziales Ereignis, sie führt zu Begegnungen und Austausch zwischen Gläubigen, die sich sonst vielleicht nie getroffen hätten. Die Motive für eine Wallfahrt sowie die inhaltliche Gestaltung sind ganz unterschiedlich.

 

Vom 15. Jahrhundert bis heute streben Wallfahrer nach Vierzehnheiligen, einem der bekanntesten Wallfahrtsorte, um den Schutz der 14 heiligen Nothelfer zu erbitten. Zwischen Seßlach und Vierzehnheiligen gibt es einen Jahrhunderte alten Wallfahrerweg. Insbesondere die Wallfahrer aus dem Bad Königshofer Raum laufen alljährlich in Gruppen bis zu 400 Personen den Weg über Seßlach nach Vierzehnheiligen und zurück.

 

Die Wallfahrer aus dem Landkreis Haßberge gehen traditionsgemäß über die Gemeinde Untermerzbach und Itzgrund ebenfalls nach Vierzehnheiligen. Der Wallfahrerweg ist eine sinnvolle Ergänzung zum schon bestehenden Fränkischen Bibelweg, der durch die Spangenverbindung Herreth – Untermerzbach zu einem Rundweg wird. Er bindet gleichzeitig die Gemeinde Itzgrund und die unterfränkischen Gemeinden Untermerzbach und Memmelsdorf an. Die beiden Spangen treffen sich bei Altenbanz in der Stadt Bad Staffelstein.

 

Der Pilgerweg wurde als LEADER-Kooperationsprojekt zwischen den beteiligten LAGn zum Skulpturenweg aufgewertet.

 

20 Künstler aus ganz Europa haben während eines Bildhauersymposiums vom 19.06.2010 - 27.06.2010 Skulpturen unter dem geistlichen Thema „Pilgerwege sind Glaubenswege“ entworfen. Das Symposium diente gleichzeitig als Auftaktveranstaltung zur Gestaltung und Vermarktung des Wallfahrerweges.
Im Rahmen des Bildhauersymposiums sowie des parallel stattfindenden Stadtfestes in Seßlach wird eine große Öffentlichkeit generiert. Die Partnergemeinden aus dem Projekt bekamen dort die Möglichkeit, sich mit eigenen Ständen und ihren Produkten zu präsentieren.
Diese Skulpturen spiegeln die Empfindungen, Erlebnisse und Erfahrungen der Pilger und Wanderern wider und animieren zur Rast, Besinnung und Inneren Einkehr am Wegesrand. Zusätzlich werden die Figuren durch theologische Texte ergänzt und erklärt.

 

Mit dem Ausbau des Wallfahrerweges zu einem Skulpturenweg und der damit verbundenen Erlebbarkeit der Natur und kulturellen Tradition der Region wird die Erhaltung des kulturellen Erbes gefördert und die touristische Angebotsvielfalt in der Region erhöht.

 

Am 7. Mai 2011 wurde das Projekt offiziell eröffnet.