Landjudentum Kleinsteinach

„Dauerausstellung über das jüdische Leben, mit einer Darstellung der gemeinsamen, jüdischen Geschichte der Gemeindeallianz „Hofheimer Land“, mit Einbindung des historischen jüdischen Bezirksfriedhofs und Dokumentation des jüdischen Bestattungswesens im erhaltenen Tahara-Haus, und einem Rundweg im Ort zu den wichtigsten Stationen der jüdischen Geschichte“

 

Mit seiner für ein so kleines Dorf außerordentlichen Vielfalt an Geschäften und Unternehmen – die meisten jüdisch geführt - erwarb sich Kleinsteinach im 19. Jahrhundert den Beinamen „Klein-Paris“. Durch den hohen Judenanteil entstand ein intensives Miteinander aus Christen- und Judentum, das sich im Ortsbild durch den Bau jüdischer Wohn- und Geschäftshäuser, einer jüdischen Schule und Synagoge manifestierte. Der große und schön gelegene frühere jüdische Bezirksfriedhof sowie das zeitweise Rabbinat machte Kleinsteinach zu einer Art jüdischem Gebietszentrum.

In der Mitte des Dorfes wird in einem schön gelegenen stattlichen Fachwerkhaus – früher dem Haus des jüdischen Lehrers - auf zwei Stockwerken eine Dauerausstellung entstehen, die zum einen den Ausgangspunkt für einen Rundweg zum Friedhof bildet, zum anderen zu einem Rundgang durch den Ort.

 

Im Obergeschoß der Dauerausstellung werden den Ausstellungsbesuchern die Anfänge, Beweggründe und Entwicklung der jüdischen Ansiedelungen in Kleinsteinach vermittelt. Die sozialen, religiösen und beruflich-wirtschaftlichen Aspekte der Kleinsteinacher Landjuden, die Normalität und Fruchtbarkeit ihres Zusammenlebens mit der übrigen Bevölkerung und das Erbe dieser Zeit für uns heute wird in einer modern und attraktiv gestalteten Ausstellung, in einem zeitgemäßen Medienmix, vermittelt.

Im Erdgeschoß der Dauerausstellung wird das Landjudentum als gemeinsamer und bestimmender historischer Faktor für das gesamte Gebiet der Gemeindeallianz „Hofheimer Land“ gezeigt.

Zudem werden die räumlichen und technischen Voraussetzungen für vertiefende Seminare, Vorträge und Workshops für Schüler und Erwachsene geschaffen.

 

Am nur zwei Kilometer entfernten historischen jüdischen Friedhof mit seinen ca. 1.700 Grabmalen - in reizvoller Landschaft in einem schönen, alten Laubwald gelegen – lernen die Besucher über  die Transportwege und die Riten bei den jüdischen Bestattungen. In dem historischen Tahara-Haus (für die Vorbereitung der Verstorbenen) wird der jüdische Umgang mit den Toten vermittelt.
Wieder im Ort angekommen, lernen die Besucher auf einem Rundweg mit didaktischen Elementen Bauwerke und Plätze mit jüdischer Geschichte kennen, etwa das Grundstück der Synagoge, besondere Wohn- oder Geschäftshäuser oder die frühere Schule.