LEADER fördert Kleinprojekte in der Region mit rund 21.000 €

LEADER fördert Kleinprojekte in der Region mit rund 21.000 €

LEADER fördert Kleinprojekte in der Region mit rund 21.000 €

Über das Projekt „Unterstützung Bürgerengagement“ können Kleinprojekte durch das EU-Förderprogramm LEADER finanziell unterstützt werden. Verantwortlich im Landkreis Haßberge für die Projektaufrufe und Vergabe der Mittel ist die LAG Haßberge e.V.

Für dieses Jahr erfolgte im April ein Aufruf zur Einreichung von Projektideen. 15 Projektträger sind dem Aufruf gefolgt. Mittels Auswahlverfahren konnte die LAG Haßberge e.V. 9 Projektträger bestimmen, die eine finanzielle Unterstützung erhalten. Bis zu 2.500 € erhalten die einzelnen Projektträger. Insgesamt rund 21.000 € werden in diesem Jahr zur Verfügung gestellt.  

Die ausgewählten Projekte sind sehr vielfältig. Beantragt wurde durch die Hofheimer Allianz die Förderung eines Audio-Guide-Systems für den Museumsbetrieb „Jüdische Lebenswege“ in Kleinsteinach, um die historischen Dorfrundgänge und die Führungen über den jüdischen Friedhof auch größeren Gruppen anbieten zu können. Marion Gock will die Idee für das inklusive Maskottchen PAULA verwirklichen, das dazu beitragen soll, die Berührungsängste zwischen Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zu verringern. Durch den Feuerwehrverein Horhausen wurde die Projektidee für ein Sandarium mit Eidechsenoase und für einen naturnahen Blühstreifen in Horhausen eingereicht und der Feuerwehrverein Aidhausen will ein leerstehendes Gebäude als gemeinsame Lagerhalle für die Vereine in Aidhausen umnutzen. Das Reparaturcafé Hofheimer Allianz plant die Anschaffung von Balkonkraftwerken für alle Kindergärten in der Hofheimer Allianz, um Stromkosten zu sparen. Für ein Sandarium hat der OGV Ermershausen Förderung beantragt. Gerhard Hümmer will ein Wegkreuz in Gemeinfeld erhalten und hat für die Sanierung finanzielle Unterstützung beantragt. Für die Öffentlichkeit soll auf Wunsch von Selina Wagner eine Sitzgruppe in Hellingen aufgestellt werden und der OGV Ueschersdorf möchte gerne 2 Ortseingangstafeln mit Veranstaltungshinweisen in Ueschersdorf aufstellen.

Die Projektträger mit Landrat Schneider und dem Team der LAG Haßberge e.V.

Die Projektträger mit Landrat Schneider und dem Team der LAG Haßberge e.V.

(von links) Karin Gadamer, Landrat Wilhelm Schneider, Susanne Wolfrum-Horn, Thomas Wagenhäuser, Gerhard Hümmer, Marion Gock, Selina Wagner, Florian Liebenstein, Karl Matzke, Michael Dros, Theophil Giebfried, Philipp Lurz, Veronika Jägler

Foto: Jens Weinkauf, LRA

Exkursion zu Leader-Projekten jüdischer Geschichte

Exkursion zu Leader-Projekten jüdischer Geschichte

Busrundfahrt zu LEADER-Projekten mit Bezug zur jüdischen Geschichte im ländlichen Unterfranken

Bad Neustadt/Saale (Lkr. Rhön-Grabfeld), Kleinsteinach (Lkr. Haßberge), Rödelsee (Lkr. Kitzingen), Laudenbach (Lkr. Main-Spessart):

Unterfranken ist der am stärksten von jüdischer Geschichte geprägte Bezirk Bayerns.

Im Jahr 1933 gab es mehr als 200 jüdische Gemeinden in Bayern – davon befanden sich 115 jüdische Gemeinden im Gebiet des heutigen Unterfranken. In Bayern sind 124 jüdische Friedhöfe erhalten, davon befinden sich 44 in Unterfranken, 28 in Mittelfranken, 20 in Oberfranken, 20 in Schwaben, 8 in der Oberpfalz, 3 in Oberbayern und einer in Niederbayern.

Deshalb wurden am 9. Juli 2025 auf einer Busrundfahrt sogenannte LEADER-Projekte vorgestellt, die sich auf die jüdische Geschichte im ländlichen Unterfranken beziehen.

LEADER ist das von der EU und vom Freistaat Bayern finanzierte Förderprogramm für die selbstbestimmte Regionalentwicklung nach dem Motto „Bürgerinnen und Bürger gestalten ihre Heimat“, so der LEADER-Koordinator für Unterfranken Daniel Pascal Klaehre. Neben „Jüdischer Geschichte im ländlichen Unterfranken“ gibt es in LEADER auch noch viele weitere Themenbereiche, wie zum Beispiel Tourismus, Daseinsvorsorge, Natur oder wirtschaftliche Entwicklung. LEADER steht für Liaison entre actions de développement de l’économie rurale – übersetzt: „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“.

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bad Neustadt veranstaltete die Busrundfahrt gemeinsam mit dem Johanna-Stahl-Zentrum für jüdische Geschichte und Kultur in Unterfranken.

Ziel der Busrundfahrt war es, Teilnehmende dafür zu begeistern, selbst LEADER-Projekte, welche die jüdische Geschichte im ländlichen Raum behandeln, anzustoßen und die Akteure zu vernetzen. Seit dem Jahr 2000 wurden circa 15 solcher LEADER-Projekte umgesetzt. Die meisten LEADER-Projekte mit Bezug zur jüdischen Geschichte gibt es in den Landkreisen Würzburg, Kitzingen, Haßberge und Main-Spessart – am Untermain, im Lkr. Schweinfurt sowie in der Rhön und im Grabfeld gibt es diesbezüglich noch viele weiße Flecken.

An der Busfahrt nahmen 55 Personen teil, vor allem Heimatpflegerinnen und -pfleger oder Ehrenamtliche, die sich mit dem Landjudentum befassen. 

Abb. 1: Georg Schirmer vom Förderkreis ehemalige Synagoge Laudenbach in der ehemaligen Synagoge Laudenbach (Bildnachweis: Theresia Dietz)

Als erste Station wurde das LEADER-Projekt „Sanierung der kulturhistorischen Begegnungsstätte ehemalige Synagoge Laudenbach“ besucht. Die ehemalige Synagoge Laudenbach wurde im Rahmen des Projekts für die Nutzung als kulturhistorische Begegnungsstätte saniert und ausgestattet. Erst kürzlich wurde die Einweihung gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland Dr. Schuster, der bayerischen Kultusministerin Stolz und dem Antisemitismusbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung Dr. Spaenle begangen. Der 1. Vorsitzende des Förderkreises ehemalige Synagoge Laudenbach e.V., Georg Schirmer, berichtete über die konservierende Instandsetzung und gab einen Ausblick auf ein bevorstehendes LEADER-Projekt, dass die Erfassung und Vermittlung des dortigen jüdischen Friedhofs zum Ziel hat.

Abb. 2: Birgit Bayer vom Arbeitskreis „Landjudentum Kleinsteinach“ demonstriert im Museum anhand einer historischen Dorfkarte, wo jüdische und christliche Dorfbewohner lebten (Bildnachweis: Theresia Dietz)

Daraufhin wurde Kleinsteinach (Riedbach) angefahren. Kleinsteinach war einst die größte jüdische Gemeinde im Bereich des heutigen Landkreises Haßberge – der zahlenmäßige Höchststand war in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als 42 % der Bevölkerung jüdisch waren.

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führten jüdische Familien zahlreiche für das wirtschaftliche Leben im Ort wichtige Geschäfte und Läden, darunter Textilgeschäfte mit Schuhwaren, zwei Viehhandlungen, zwei Rindsmetzgereien, eine Pferdehandlung, eine Herrenschneiderei, eine Fellhandlung, ein Schuhgeschäft und ein Kolonialwarengeschäft. Kleinsteinach ist ein Beleg für das jahrhundertelange, enge und gute Miteinander von jüdischen und christlichen Dorfbewohnern.

Abb. 3: Gerlinde Memmel vom Arbeitskreis „Landjudentum Kleinsteinach“ verdeutlicht beim Dorfrundgang, wo jüdische Dorfbewohner gelebt hatten (Bildnachweis: Theresia Dietz)

Vor Ort wurde von Birgit Bayer und Gerlinde Memmel vom Arbeitskreis „Landjudentum Kleinsteinach“ durch das Museum „Jüdische Lebenswege“ und entlang eines Dorfrundgangs geführt. Die Konzeption der Ausstellung und des Dorfrundgangs sowie Exponate und Rundgangtafeln wurden über LEADER bezuschusst.

Abb. 4: Margret Löther vom Förderverein ehemalige Synagoge Kitzingen (Bildnachweis: Daniel Pascal Klaehre)

Zuletzt wurde der jüdische Friedhof in Rödelsee im Landkreis Kitzingen angefahren. Bislang gab es drei LEADER-Projekte zu diesem Ort, die zum einen die Dokumentation und Vermittlung der Grabsteininschriften und die Vernetzung mit anderen Friedhöfen in der Region zum Ziel hatten, wie auf www.juedischer-friedhof-roedelsee.de nachvollzogen werden kann. Außergewöhnlich ist auch die LEADER-geförderte Friedhofsvorplatzgestaltung, die es durch Besteigen einer Empore oder das Betrachten eines Tastmodells in Bronze ermöglicht, den Friedhof zu erleben, ohne ihn zu betreten. Die 1. Vorsitzende des Fördervereins ehemalige Synagoge Kitzingen e.V., Margret Löther, berichtete von der Umsetzung der drei LEADER-Projekte.

Zum Ausklang kamen die Teilnehmenden in einer Wirtschaft in Rödelsee zusammen.

Abb. 5: Die beiden Organisatoren der Busrundfahrt an der letzten Station in Rödelsee (v.l.n.r.): Daniel Pascal Klaehre, LEADER-Koordinator für Unterfranken, und Dr. Riccardo Altieri, Leiter des Johanna-Stahl-Zentrums (Bildnachweis: Theresia Dietz)

Autoren:

Dr. Riccardo Altieri
Leiter des Johanna-Stahl-Zentrums für jüdische Gesichte und Kultur in Unterfranken

Daniel Pascal Klaehre
LEADER-Koordinator für Unterfranken

DIALOG.Region

DIALOG.Region

Das Projekt DIALOG.Region ist ein Kooperationsprojekt zwischen der LAG Haßberge, der LAG Spessart und der LAG Z.I.E.L Kitzingen unter Trägerschaft der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt.

In allen drei Regionen sind sogenannte Technologie-Transfer-Zentren (TTZ) angesiedelt, die den Transfer von Wissen und Technologie zwischen Hochschulen und Unternehmen fördern, um die Innovationsfähigkeit der Region zu stärken. Neben dem Aufbau technischer Infrastruktur und der projektbasierten Arbeit an konkreten technischen Vorhaben steht dabei auch die Gewinnung und Bindung von Fachkräften für die Region und die Stiftungsunternehmen im Vordergrund.

Um das Innovationspotenzial der Regionen voll auszuschöpfen, soll ein bisher wenig berücksichtigtes Element der TTZ gestärkt werden: die systematische Einbindung weiterer Akteure wie Bürger, Unternehmen außerhalb des Stifterkreises, Vereine und öffentliche Einrichtungen im ländlichen Raum. Ziel ist dabei, die regionale Gesellschaft durch unterschiedliche Beteiligungsformate zu befähigen und zu motivieren, ihr Innovations- und Gründungsvorhaben erfolgreich umzusetzen und langfristig eine Innovationsgemeinschaft zu bilden. Die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Region soll so langfristig gesteigert werden.

Hierfür werden an allen drei Technologie-Transfer-Zentren Projektmanagements installiert und über ein zentrales Netzwerkmanagement miteinander verbunden. In jedem TTZ wird ein sogenannter DIALOG.Raum als zentraler Ort der Begegnung eingerichtet. Durch Events und Netzwerktreffen soll der Wissensaustausch und die Vernetzung zwischen den unterschiedlichen Akteuren gefördert werden.

Projektlaufzeit geplant: 01/2026-12/2028

 

Ansprechpartnerin

Frau Veronika Jägler

09521/27-676

veronika.jaegler@hassberge.de

Goldenes Pedal für LEADER-Kooperationsprojekt (E-) Radtourismus

Eine mehr als erfreuliche Nachricht hat uns diese Woche erreicht.

Der Haßberge Tourismus wurde vor wenigen Tagen in München mit dem „Goldenen Pedal“ des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) ausgezeichnet Haßberge Tourismus e.V. und PDC Tourism gewinnen „Das Goldene Pedal 2025“ – ADFC Bayern.

Mit diesem Award zeichnet der ADFC alle zwei Jahre die innovativsten und kreativsten Serviceangebote im Radtourismus in Bayern aus.

Wir freuen uns, dass der Haßberge Tourismus, als Initiator und Träger des LEADER-Kooperationsprojektes, diese Auszeichnung erhalten hat.

Mit Hilfe der 70%igen LEADER-Förderung in Höhe von knapp 113.000€ und Gesamtkosten von ca. 160.000€ konnten 23 Themenrouten auf bestehenden Radwegen ausgeschildert, markiert und Servicestationen installiert werden. Ergänzend wurde eine interaktive App entwickelt und eine Übersichtskarte erstellt.

Wir danken Haßberge Tourismus und allen beteiligten Kommunen, Akteuren und Partnern für die wirklich gute Zusammenarbeit, die reibungslose Umsetzung und das bereichernde Projekt für die gesamte Gebietskulisse der Haßberge und des Steigerwaldes. Die ausgezeichneten Routen finden sie hier: https://www.hassberge-tourismus.de/radfahren/e-bikeradtouren